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22.04.03 Welle der Hoffnung für Straßenkinder
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Die BeetleFan Spendenaktion - "Eine Chance für die Strassenkinder von Puebla"
22.04.03 Welle der Hoffnung für Straßenkinder



Zugegeben: Auf den ersten Blick haben der hagere Straßenjunge Valentín und ein glänzender, nagelneuer VW-Beetle nicht viel gemein. Der Zwölfjährige, der mit neun von Zuhause weglief und dessen kleiner Körper mit Narben übersät ist, hat den schmucken Beetle bislang erst ein Mal von ganz weitem gesehen. Und trotzdem: Valentín und das Kultauto teilen eine Gemeinsamkeit. Sie kommen beide aus der Millionenstadt Puebla, und dank der riesigen Unterstützung der Mitarbeiter im mexikanischen Volkswagenwerk kann Valentín jetzt hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Das ehemalige Straßenkind lebt seit einigen Monaten im JUCONI-Haus.

Dieses Projekt wird durch die Initiative »Eine Stunde für die Zukunft«, die der Volkswagenkonzern-Betriebsrat in Zusammenarbeit mit dem entwicklungspolitischen Kinderhilfswerk terre des hommes vor drei Jahren ins Leben gerufen hat, unterstützt. Mit viel Elan und jeder Menge Feuereifer knüpften die Volkswagen-Mitarbeiter in den vergangenen Jahren ein weltweites Netz der Hilfe für Straßenkinder. Jetzt können die engagierten Beschäftigten, Betriebsräte und Chefs einen neuen Rekord vermelden. Das Spendenbarometer hat in diesem Frühjahr die stolze Summe von 3,6 Millionen Euro erklommen. Und die VW‘ler sammeln weiter.


Ein Stundenlohn für Straßenkinder

Doch wie kamen die Autobauer eigentlich auf die Idee zu dieser beispiellosen Hilfsaktion? Alles begann im November 1999, als die 320.000 VW-Beschäftigten auf freiwilliger Basis auf einen Bruttostundenlohn zu Gunsten von Straßenkindern verzichteten. Wenige Wochen später war das Spendenkonto bereits mit 1,4 Millionen Euro gefüllt. Und der Einsatz ging weiter: Spontan meldeten sich VW-Mitarbeiter bei terre des hommes, die ehrenamtlich mitmachen und eine Arbeitsgruppe gründen wollten. Egal ob bei Skoda in Tschechien, bei VW do Brasil, Volkswagen South Afrika oder bei Audi: Die Hilfsbereitschaft kannte und kennt weltweit keine Grenzen.

»Zwei auf den ersten Blick recht unterschiedliche Partner beschließen, gemeinsam etwas gegen die Ausbeutung von Kindern zu unternehmen. Sie bündeln ihre Kräfte, um konkret und praktisch zu helfen - dieser Ansatz hat für uns zukunftsweisende Bedeutung«, lobt die terre des hommes-Vorsitzende Dr. Petra Boxler. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Klaus Volkert, erklärt die Motivation hinter der Initiative: »Wir haben die Aktion Eine Stunde für die Zukunft zur dauerhaften Unterstützung von Straßenkinder-Projekten ins Leben gerufen, um zum Jahrtausendwechsel ein nachhaltiges Zeichen gegen Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit und Tatenlosigkeit zu setzen.«


Neuer Lebensmut für Straßenkinder

33 Millionen Kinder weltweit haben nur ein Zuhause: die Straße. Hunger, Prostitution, Kälte und Gewalt bestimmen ihren Alltag. Spenden eines Tages- oder Stundenlohns, Restgeldsammlungen anlässlich der Euro-Umstellung, an denen sich auch das Konzern-Management und zahlreiche Händler beteiligten, Tombolas und Benefizkonzerte sorgen dafür, dass Straßenkinder in Südamerika, Afrika und auch Deutschland eine Perspektive bekommen. So beispielsweise im Projekt Mateo V: Mit dem Geld der VW-Aktion können hier zwölf behinderte Kinder lesen und schreiben lernen, sie werden professionell betreut und bekommen zum ersten Mal in ihrem Leben ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Oder das Projekt Share in Südafrika. Hier lernen 20 Jungen in kleinen Schritten, auf sich und andere zu achten: zur Schule gehen, Konflikte ohne Schläge lösen und ein klares Nein zu Drogen. Etwa 50 Jugendliche werden von den Projektmitarbeitern auf der Straße betreut. Damit die Kinder wieder nach Hause können, bietet Share Eltern Selbsthilfe an: weg von der Alkoholsucht, Arbeit in der Share-Bäckerei, Erziehung ohne Gewalt.

Weltweit haben Kinder, die jeden Tag auf den Straßen ums Überleben kämpfen, durch die Spendenbereitschaft der Volkswagen-Mitarbeiter eine neue Perspektive bekommen. Die Tatkraft der VW-Kollegen im mexikanischen Puebla ging sogar noch einen Schritt weiter. 2.400 Arbeiter und Verwaltungsangestellte spendeten hier einen ganzen Tageslohn und sammelten so rund 800.000 Pesos, das sind ca. 100.000 Euro. Soviel Engagement ist ansteckend. Die »New-Beetle-Fans« (www.Beetle-Fun.de) gründeten kurz entschlossen die Sonderaktion »Eine Chance für die Straßenkinder von Puebla«, um ebenfalls Kindern in Not unter die Arme zu greifen.


Hilfe zur Selbsthilfe

Als der Konzernbetriebsrat die Initiative ins Rollen brachte, ging es in erster Linie um einen gezielten und wirkungsvollen Einsatz der Spendengelder. terre des hommes half bei der Auswahl und Begleitung der Projekte sowie bei der organisatorischen Abwicklung und der Verwaltung der Spendengelder. Im mexikanischen JUCONI-Haus lebt Valentín heute gemeinsam mit 19 weiteren Jungen. Hier gibt es Nachhilfeunterricht, Kultur und Sport. Mit Hilfe der Erzieher sollen die Ex-Straßenkids lernen, ihre Probleme selbst zu lösen und ihre Zukunft zu planen. Darüber hinaus kümmern sich die Mitarbeiter von JUCONI um weitere 2.500 Jungen und Mädchen, die auf den Märkten und Straßen Pueblas schuften, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Hilfe zur Selbsthilfe - dieses Prinzip haben sich die Mitarbeiter von Volkswagen und terre des hommes auf ihre Fahnen geschrieben. Klaus Volkert: »Denn eine Welt, in der Millionen Kinder keine Hoffnung auf ein würdiges Leben haben, kann auch für uns und unsere Kinder keine lebenswerte Zukunft bieten.«
 


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